Reifenplatzer

 

 

Gefahren in der Praxis eines Autofahrers: Reifenplatzer

 

 

Fahrübung zur Schulung des Autofahrers: ?

 

 

Was ist ein Reifenplatzer?

Ein Reifenplatzer tritt dann ein, wenn der Reifen plötzlich seine ganze Luft verliert.

Etwas Physik zum Thema:

Die Reifen übertragen in den etwa handflächengroßen Radaufstandsflächen Kräfte, die erforderlich sind, um ein Kfz zu beschleunigen, auf konstanter Geschwindigkeit zu halten oder abzubremsen (Radumfangskräfte) bzw. um es bei Kurven- oder Geradeausfahrt in der Spur zu halten (Seitenführungskräfte). Desweiteren wirken in den Radaufstandsflächen verzögernde Rollwiderstandskräfte.

Platzt ein Reifen, ist seine Fähigkeit zur Übertragung von Umfangskräften (1) und Seitenführungskräften (2) auf die Fahrbahn stark beeinträchtigt (der Kraftschluß des Reifens ist stark vermindert). Weiterhin erhöht sich die Rollwiderstandskraft (3) des Reifens.

 

 

 

Wie bemerkt man einen Reifenplatzer?

- Bei einem Platzer an einem der Hinterreifen während einer Geradeausfahrt spürt man ein leichtes Einsacken des Autos. Infolge der einseitig erhöhten Rollwiderstandskraft könnte das Auto nach der Seite ausbrechen, auf welcher der Reifen geplatzt ist. In Kurven könnte es zum Ausbrechen des Hecks in Richtung äußerer Kurvenrand kommen.

- Bei einem Platzer an einem der Vorderreifen spürt man einen Schlag im Lenkrad, dann lenkt sich der Wagen deutlich schwerer und das Auto versucht nach der Seite auszubrechen, auf welcher der Reifen geplatzt ist. In Kurven schiebt der Wagen stur geradeaus.

Bei Tests der Zeitschrift Auto Bild und der DEKRA blieben die Wagen trotz Reifenplatzer bei 130 km/h fahrstabil!

 

 

Oft genug gibt es Anzeichen für Reifenschäden und drohende Reifenplatzer.

Mögliche Anzeichen sind laute und ungewohnte Geräusche (bollernd = dumpf schlagend) die mit zunehmender Geschwindigkeit lauter werden. Man traut sich dann nur noch 60 km/h zu fahren und hört das Geräusch trotzdem deutlich. Ein weiteres Anzeichen ist bei Defekten am Vorderreifen ein etwas stärkeres Wackeln am Lenkrad, was oft an eine bestimmte Geschwindigkeit gebunden ist. Der Fahrer spürt dieses Wackeln im Lenkrad bei einer niedrigen Geschwindigkeit stärker als bei einer hohen Geschwindigkeit.

Auch gibt es Fälle, in denen bemerkt der Fahrer ein unruhiges Wackeln der Karosserie oder ein eieriges Fahrverhalten seines Autos. In diesem Fall ist von einem Defekt an einem der Hinterräder auszugehen.

Bei all diesen hier aufgeführten Defekten fand sich bei späterer Untersuchung eine Beule im Reifen. Manche dieser Beulen sind trotz ihrer grossen Wirkungen  so klein, das man sie erst sieht, wenn der Wagen auf einer Hebebühne steht. Der Fachmann prüft dann mit geübtem Blick die Reifen unter anderem auf ihren Seitenschlag.

 

 

Wodurch kommt es zu einem Reifenplatzer?

- schlechte Strassen (Löcher und dazugehörenden Kanten)

- Bordsteinkanten, an denen der Reifen entlangscheuert oder über die er hinweg rollt

Schürfwunden, kleine Einschnitte öffnen dem Wasser Kanäle zum Unterbau des Reifens. Dadurch beginnt der Stahlgürtel zu rosten und im Zuge der Zeit zu brechen, ebenso wie die Gewebefäden. Erst Monate oder Jahre später sind die Folgen spürbar.

- Fahren mit geringem Luftdruck

Im Reifen der mit zu niedrigem Luftdruck betrieben wird, entsteht beim Abrollen (Walkarbeit) mehr Wärme als zulässig ist. Dadurch kommt es zur Überhitzung des Reifens, bei der sich das Reifenprofil ablösen oder Gewebeteile bzw. der Stahlgürtel brechen kann.

 

 

Was kann man zur Vermeidung von Reifenplatzern tun?

- Regelmäßige Kontrolle des Luftdruckes, spätestens alle 4 Wochen

- Bordsteinkanten möglichst im stumpfen besser rechten Winkel und vor allem langsam befahren

 

 

Welche typischen Fehlverhaltensweisen der Autofahrer gibt es denn in solchen Fällen?

- Erschrecken und nix tun

- Überreagieren und das falsche tun

Heftige Lenkbewegungen, abruptes Verlassen des Gaspedals oder  heftige Bremsmanöver provozieren eine gefährliche Situation. Das Auto schlingert und gerät außer Kontrolle.

 

 

Wie sollte der Fahrer reagieren?

- Ruhe bewahren

- Eventuelles Ausbrechen  oder Schlingern des Kfz durch Kupplung treten und gefühlvolles Gegenlenken ausgleichen

- Gefühlvoll bremsen, falls notwendig. Besser das Kfz einfach nur ausrollen lassen.

- Das Lenkrad gut fest halten und trotzdem gefühlvoll lenken.

 - An den Fahrbahnrand fahren und das stehende Fahrzeug absichern (Warnblinklicht, Warndreieck).

 -> Falls das Kfz ausbrechen sollte, dann gelten die Regeln zum Abfangen eines ausbrechenden Kfz. Infos dazu finden sich im Kapitel Lenken.

Ein umfangreiche Zusammenstellung von Informationen zum Thema Reifen finden sich auf der Webseite http://www.reifengurus.com/.

 

 

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