Blickverhalten

 

 

Definition: Die Art und Weise der Bewegung der Augen

 

 

Was sieht der Fahrer?

 

Blicke auf:

- Fahrbahn

- Vorausfahrende Fahrzeuge

- Entgegenkommende Fahrzeuge

- Verkehrszeichen

- Anzeigen im Fahrzeug

- Bilder im Rück- oder Außenspiegel

- ...

 

 

Wie sieht der Fahrer?

 

Mit einer Blickbewegungsmessung kann festgestellt werden, wie ein Fahrer sieht.

Eine Blickbewegungsmessung kann beispielsweise die Messung von Fixationszeiten, Blickzyklenanzahl oder Blickzyklenzeit umfassen. Die Fixationszeit ist dabei die Zeit, während der der Proband einen Objektbereich fixiert ohne einen Sektor von xx qcm bzw. qm zu verlassen. Die Blickzonenanzahl wird als Anzahl von Blickzonen definiert, die der Proband erfasst, ohne eine Blickzone ein zweites Mal innerhalb des Blickzyklus zu scannen/beobachten. Die Blickzyklenzeit ist dabei die Zeitspanne, die zwischen zwei wiederkehrenden Blickzonen gemessen wurde.

 

 

Unterschiede im Blickverhalten von Fahranfängern und Fortgeschrittenen

 

Blickverhalten von Fahranfängern

 

- Vorwiegend visuelle Infoaufnahme über das zentrale Sehen, also über Blickfixierungen

- Hohe Suchaktivität der Augen

 

 

Blickverhalten von Fortgeschrittenen

 

- Zunehmende Infoaufnahme (z. B. Seitenabstände) über das periphere Sehen

- Blickfixierungen auf weiter vorausliegende Bereiche

 

Eine entgegengesetzte Veränderung (vom Fortgeschrittenen zum Anfänger) ergibt sich bei fortschreitender Ermüdung.

Unter Alkoholeinfluss kommt es zum Tunneleffekt, das heißt, das Blickverhalten wird nur noch auf einen engen Ausschnitt aus dem gesamten visuellen Feld beschränkt.

 

 

Wodurch ist richtiges Blickverhalten gekennzeichnet?

 

Werden die wichtigen/richtigen Objekte ausreichend beobachtet?

Wie lange braucht der Fahrer, bis er ein Objekt als wichtig erkennt?

Wie beobachtet der Fahrer die wichtigen Objekte?

* Wie häufig beobachtet der Fahrer welches Objekt?

* Wie effektiv beobachtet der Fahrer die Objekte?

* In welcher Reihenfolge beobachtet der Fahrer die Objekte?

 

Der Fahrer sollte:

 

- beim vorwärts fahren, dorthin schauen, wo er hinfahren will.

- beim rückwärts fahren, zwischendurch auch nach vorne schauen, da bereits kleine Lenkeinschläge beim rückwärts fahren zu einem großen Spurversatz führen (Beim rückwärts fahren folgt das Kfz den Lenkeinschlägen sehr direkt). Wenn man also beim rückwärts fahren aus einer Parklücke oder Garage mehr oder weniger stark einlenken muss, so sollte man die Wirkung des Lenkeinschlages durch einen Blick nach vorne kontrollieren.

- seinen Blick auch nacheinander auf beide Außenspiegel richten, wenn man durch eine schmale Garageneinfahrt hindurch will.

- seinen Blick nicht lange auf das plötzlich vor einem auftauchende Hindernis/Kfz richten, sondern nach Erkennen der Situation den Blick schweifen lassen, um den Weg für das Ausweichmanöver festzulegen.

- seinen Blick nicht starr fixieren, sondern ihn schweifen lassen. Der Blick sollte je nach Verkehrssituation unterschiedlich oft zwischen Nah- und Fernsicht wechseln. Das kann man vielleicht mit der Situation eines Anglers vergleichen. Ein guter Angler genießt den Blick auf den See, Bäume und verpasst trotzdem keine Bewegung seines Flottes (Pose, Bissanzeiger). Nun ist aber nicht jeder Autofahrer ein Angler und es gibt sicherlich auch Angler die Probleme haben ihren Blick im Straßenverkehr dorthin zu wenden, wo er hin gehört ...

- ...

 

 

 

Was muss trainiert werden? Wie könnte es trainiert werden?

 

Fragen über Fragen ...

 

Prinzipiell weiß eigentlich jeder Fahrer, wo man hinschauen muss. Probleme bereitet die Koordination der Vorgänge "Erst schauen dann fahren" oder die richtige Reihenfolge der aufeinanderfolgenden Blicke, weil der Fahrer durch ein Gespräch abgelenkt, gestresst oder in Gedanken woanders ist.

Der interessierte Fahrer sollte sich die Fragen aus dem Abschnitte " Wodurch ist richtiges Blickverhalten gekennzeichnet?" noch mal durchlesen und versuchen, in gestellten Trainings- oder Alltagssituationen zu beantworten/reflektieren.

Das richtige Blickverhalten wird hier nicht mit einer Hinweisliste gelehrt, da es meiner Meinung nach immer ein Bestandteil des Trainings der jeweiligen Verkehrssituation ist. Wenn also das Ausweichen vor Hindernissen trainiert wird, so sollte dabei auch einiges zum Blickverhalten gesagt werden.

Im alltäglichen Straßenverkehr ist die ganze Sache noch deutlich komplexer. Der fortgeschrittene Fahrer baut da einen Erfahrungsschatz auf, den man nur schwer in Worte fassen und niederschreiben kann.

 

 

 

Man sieht andere Verkehrsteilnehmer, aber man weiß nicht, was diese im nächsten Augenblick machen werden!

 

 

 

Weiterführende Quellen:

 

http://www.bast.de/

168 Blickverhalten und Informationsaufnahme von Kraftfahrern

A.S. Cohen

217 Seiten, 1987, € 5,50

 

 

Blickbewegungsanalyse

http://www.lfe.mw.tum.de/~schweigert/blickverhalten.html

 

 

Blickverhalten im Alltag

http://www.l-auto.ch/waespi/vku.html

 

 

 

 

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