Doppelter Spurwechsel

Double Lane change, Doppelter Fahrspurwechsel, Elchtest (mit dem die A-Klasse von Mercedes Benz berühmt wurde)

 

 

Ein Stau-zu spät erkannt. Was tun? Bremsen – vielleicht reicht’s noch. Oder der Fahrer entscheidet sich gleich für einen plötzlichen Spurwechsel: Schneller, dosierter Ruck am Lenkrad und sofortiges Gegenlenken.

Wie reagieren die Testwagen?

 

Möglicher Testbericht:

Mit Fahrer und Beifahrer meistert der Wagen die Ausweichgasse hervorragend. Noch mit 80 km/h Einfahrtgeschwindigkeit sind seine Lastwechsel gut beherrschbar. Gute Lenkung. Auch überladen bleibt das  Auto gutmütig, trotz starker Lastwechsel und Seitenneigung. Aber die Federwege sind zu kurz. Von längerer Autobahnfahrt mit Überladung ist deshalb dringend abzuraten.  

 

Hintergrund:

Wie der Kreisfahrtest im stationären Bereich, so gehört der doppelte Fahrspurwechsel im instationären Bereich zu den ältesten Testmethoden. Der Test dient zur Prüfung des Fahrverhaltens im geschlossenen Regelkreis in einer verkehrsbezogenen Situation. Es wird ein plötzliches Ausweichmanöver mit schnellem Zurücklenken auf die rechte Fahrspur simuliert. Der doppelte Fahrspurwechsel war das erste Testverfahren, das in der ISO seit 1970 bearbeitet wurde. Bereits 1975 erschien der technische Bericht ISO/TR 3888, der dieses Verfahren beschreibt. Es wurde nicht genormt, weil die Versuche zeigten, das ein Verfahren im geschlossenen Regelkreis wegen der starken Fahrereinflüsse hierfür nicht geeignet ist. Trotzdem ist dieses - auch unter dem Namen ISO-Wedeltest (Elchtest) bekannte - Verfahren aus dem Testprogramm der Automobilfirmen nicht mehr wegzudenken, so das eine Normung, wenn auch nicht des Verfahrens, aber der Maße der Wedelgasse, zweckmäßig erschien.

Die Abmessungen sind mit einer Länge der Meßstrecke von 110 m und einem seitlichen Versatz von 3,5 m festgelegt. Die Breite ist fahrzeugabhängig. Gemessen wird die Durchfahrtzeit mit Lichtschranken am Anfang und Ende der Meßstrecke. Beurteilungskriterium ist der Mittelwert der Durchfahrtzeiten aus mindestens drei fehlerfreien Fahrten (ohne Berührung der Pylonen). Der Test soll mit geübten Fahrern durchgeführt werden. Zur Untersuchung der instationären Fahreigenschaften werden oft neben der Zeitmessung auch andere fahrdynamische Größen aufgenommen. Solche Meßgrößen sind:

- Lenkradwinkel

- Lenkradmoment

- Querbeschleunigung

- Giergeschwindigkeit

- Fahrgeschwindigkeit

- Schwimmwinkel

- Wankwinkel

Die Güte des Fahrzeuges beim Spurwechsel wird hauptsächlich nach den erforderlichen Lenkradbewegungen und der aufgetretenen Querbeschleunigung bewertet.

 

 

Pylonenaufstellung:

 

Variante 1

 

 

 

Variante 2

Abmessungen nach ISO/TR 3888

 

 

 

 

 

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